Turbulente Ferien statt ruhiger Auszeit
Mit einer spritzigen Dreiakt-Komödie brachte der Sportverein Espasingen das Publikum im gut gefüllten Werner-und-Erika-Messmer-Haus in beste Laune. Auf der Bühne wurde eine Geschichte gezeigt, die mit Entspannung ungefähr so viel zu tun hat wie ein Gewitter mit einem Picknick.
Die Theatergruppe hatte sich für das Stück „Ein Haschkeks macht noch keinen Sommer“ von Jennifer Hülser entschieden – und genau diese Spezialkekse stehen im Zentrum des ganzen Durcheinanders. Rund 200 Gäste bei der Premiere, darunter viele Besucher aus Espasingen, Wahlwies, Stockach und Bodman-Ludwigshafen, reagierten begeistert. Regisseurin Iris Danger-Schnell stellte ein spielfreudiges Ensemble zusammen, das mit sichtbarer Begeisterung agierte und dafür immer wieder mit Applaus belohnt wurde.
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Ferienidylle mit Rissen
Seit Jahren verbringen Marion und Bernhard Ellebrand ihren Urlaub auf demselben Campingplatz. Ihr Stellplatz, akkurat mit englischem Rasen versehen, liegt direkt neben einem verwilderten Grünstreifen, der zum Bodensee hinunterführt. Zwischen Blumenbeeten und kitschigen Gartenzwergen zelebrieren sie täglich ihre Kaffee-und-Kuchen-Rituale – sehr zum Leidwesen von Bernhard, der den von Marion servierten Käsekuchen abgrundtief verabscheut.
So oft es geht, versucht er der schlechten Laune seiner Frau zu entfliehen. Doch als plötzlich auch noch die Schwiegermutter auftaucht, die heimlich aus dem Pflegeheim ausgebüxt ist, sinkt seine Stimmung weiter. Zeitgleich tauchen auf dem angrenzenden Grünstreifen zwei Yogabegeisterte samt Guru auf, die von Harmonie, Liebe und innerem Frieden träumen. Zusätzlich ist dort ein Naturschützer unterwegs, der verzweifelt einer äußerst seltenen Waldameise auf der Spur ist. Für die Platzvorsteherin Sybille Möller-Latuschke ist dieses bunte Treiben kaum mehr zu ertragen.
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Meditation, Drogen und jede Menge Missverständnisse
Die von Marion spöttisch als „Gammelbande“ bezeichneten Yogis versuchen immer wieder, die Camper zur Entspannung zu bewegen – nicht nur mit Atemübungen, sondern auch mit gewissen bewusstseinserweiternden Angeboten. Während Marion empört ablehnt, zeigt sich Bernhard deutlich experimentierfreudiger.
Auch Marions Mutter kommt in den Genuss der besonderen Substanzen und erlebt dadurch eine erstaunliche körperliche Leichtigkeit. Der Naturschützer Fuchs hält sie nach dem Verzehr einiger Haschkekse sogar für eine gigantische Waldameise. Selbst die resolute Platzwartin lässt sich zu einem Bissen hinreißen, was beinahe zu ernsthaften Problemen mit dem Stadtverwalter führt.
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Bedrohung für den Campingplatz
Dieser kündigt nämlich an, den gesamten Platz stillzulegen, sollte die seltene Ameisenart dort tatsächlich heimisch geworden sein. Durch eine clevere List kann diese Gefahr jedoch noch abgewendet werden. Auch Marion wirkt nach einer sogenannten Aura-Reinigung deutlich zugänglicher als zuvor.
Schließlich löst sich das Chaos auf: Marions Mutter wird von der Heimleiterin wieder abgeholt, das Ehepaar Ellebrand zieht in ein Chalet auf der anderen Seeseite und der Wohnwagen wechselt den Besitzer – er geht an die Yoga-Freunde. Beim Kaffeetrinken werden künftig statt Käsekuchen Kekse serviert, wobei Bernhard besonders die „speziellen“ Varianten schätzt.
Das letzte „Ommm“ der Darsteller ging im tosenden Beifall unter, danach wurde gemeinsam auf den Erfolg angestoßen. Harald Feindler, Vorsitzender des Vereins, zeigte sich begeistert, und auch sein Stellvertreter Matthias Maichle lobte die gelungene Aufführung ausdrücklich.
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Die Beteiligten
Unter der Regie von Iris Danger-Schnell standen folgende Darsteller auf der Bühne:
Simon Maurer als Bernhard Ellebrand, Tanja Helbling als Marion Ellebrand, Lisa Strobel als Guru Senta Müller, Katalin Maurer als Natascha Kraschnikow, Alexander Schnell als Tjark Sommereisen, Susanne Mayer als Sybille Möller-Latuschke, Annette Graf als Carmen von Leierhofen, Tobias Bertsche als Naturschützer, Kevin Graf als Stadtverwalter sowie Jasmin Helbling in der Rolle der Heimleiterin Rosi Meyer.
Unterstützt wurden sie von Daniela Wiest als Souffleuse, Melanie Feindler beim Maskenbild, Niklas Gnädinger, Lukas Auer und Julian Schmitt für Licht und Ton sowie Martin Kuppel, der das Bühnenbild gestaltete.


























